Zur Geschichte und Zukunft des Hofgärtnerhauses

In diesem Jahr ist das Theatermuseum seit 31 Jahren im Hofgärtnerhaus zu Hause.

1988 erfolgte der Umzug aus dem Haus Alt Pempelfort 2, zusammen mit dem Dumont-Lindemann-Archiv, das einst den Grundstock des Theatermuseums bildete. Ende 2020 soll das Theatermuseum ausziehen und das Haus saniert werden.

Die Geschichte des Hauses begann in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Regierender Fürst war damals Carl Theodor, der jedoch nicht in Düsseldorf, sondern in München residierte. Zur Wahrnehmung der Regierungsgeschäfte in Düsseldorf setzte er 1768 Johann Ludwig Franz Graf von Goltstein als seinen Statthalter ein. Dieser wiederum gab Nicolas de Pigage, dem Schöpfer des heutigen östlichen Hofgartens, der nach seiner Fertigstellung im Jahr 1770 der erste öffentliche Park in Deutschland war, den Auftrag, ein Haus für den Stadt- und Hofgärtner zu bauen.

Dieses Gebäude wurde ebenfalls1770 fertiggestellt, und der Garteninspektor Johann Christian Behrendes zog dort mit seiner Familie ein. Damals war der Hofgarten eingezäunt, und es gab zwei Eingänge. Ein Eingang lag gegenüber des Schlosses Jägerhof und wird heute durch zwei Stelen markiert. Der zweite Eingang erfolgte durch das Hofgärtnerhaus. Behrendes war nicht nur Gärtner, sondern kümmerte sich auch um das leibliche Wohl der Besucher des Hofgartens. Zudem wurden ab 1774 in den Sommermonaten an Sonntagen Konzerte angeboten, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Wegen des starken Andrangs der Besucher wurde das Haus 1780 nach Pigages Plan seitlich vergrößert und aufgestockt.

Aber bereits 1794 wurde das Schicksal dieses Gebäudes besiegelt, denn französische Truppen, die Düsseldorf im Zuge der französischen Revolutionskriege besetzt hatten, sprengten das Gebäude.

1802 erhielt Caspar Anton Huschberger, damals kurfürstlicher Hofbaumeister, den Auftrag, ein neues Hofgärtnerhaus zu errichten. Auf ihn geht übrigens auch die Planung unserer Königsallee zurück, nicht etwa, wie vielfach angenommen wird, auf Maximilian Weyhe. Dieser war nach seinem Dienstantritt am 1. Februar 1804 für die gärtnerische Gestaltung der damals noch Mittelalle und später Kastanienallee genannten Straße zuständig, während sich Wasserbaumeister Wilhelm Gottlieb Bauer um die Anlage des Stadtgrabens kümmerte. Traurig, dass an Huschberger nur eine kleine unbedeutende Parallelstraße zur Königsallee und an Bauer überhaupt kein Straßenname in Düsseldorf erinnert.

Auf den Fundamenten des nach Pigages Plänen erbauten ersten Hofgärtnerhauses ließ Huschberger bis 1804 das heutige Haus bauen, und am 1. Februar 1804 zog der neue Düsseldorfer Gartendirektor, Maximilian Friedrich Weyhe, in das Haus ein und wohnte dort bis 1808. Eine Gedenktafel an der Hofgartenfassade erinnert daran. Dann zog er in die Jägerhofstraße Nr. 12 um und wohnte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1846. Dieses Wohnhaus von Weyhe existiert heute nicht mehr, es wurde im Jahr 1943 durch Bomben zerstört und später abgetragen.

Wie das Haus unmittelbar nach dem Auszugs Weyhes genutzt wurde, ist nicht bekannt. Überliefert ist jedoch, dass es zwischen 1820 und 1836 als Ausflugs- und Vergnügungslokal diente und durch die Witwe Hilgers geführt wurde. Zudem wurde das Hofgärtnerhaus ab 1821 als Dienstwohnung für verschiedene Bedienstete des Prinzen Friedrich von Preußen genutzt, der im Schloss Jägerhof wohnte. Danach war es bis 1872 ein Wohnhaus für Künstler der Düsseldorfer Malerschule. Von 1872 an beherbergte das Haus ein Magazin und eine Bibliothek, bis es im Jahr 1943 durch Bomben zerstört wurde. Nach dem Krieg wurde es bis 1952 wieder aufgebaut. Dabei wurden die beiden Seitenflügel des Gebäudes um je eine Achse verlängert.

1956 zog das Goethemuseum in das Gebäude, und seit 1988 ist im Hofgärtnerhaus das Theatermuseum zu Hause. Das Museum hat seine Wurzeln im 1938 durch Gustav Lindemann gegründeten „Dumont-Lindemann-Archiv“. Während des Zweiten Weltkrieges war es im Stahlhof an der Bastionsstraße untergebracht. Am 30. Mai 1947 schenkte Lindemann das Archiv der Stadt Düsseldorf. Es wurde zunächst dem Stadtarchiv zugeordnet, das damals seine Räume im Ehrenhof 3 hatte. 1972 zog das Archiv dann in die Straße Alt Pempelfort um und erhielt den Zusatz „Städtisches Theatermuseum“, das 1978 mit einem regelmäßigen Ausstellungsbetrieb begann. 1981erfolgte schließlich nach Beschluss des Kulturausschusses die Umbenennung des Theaterarchivs in Theatermuseum, dass dann 1988 einen würdigen Platz im barocken Hofgärtnerhaus fand.

Am 16. Mai 1984 wurde das Hofgärtnerhaus in die Denkmalsliste eingetragen.

Und jetzt hören wir aus gewöhnlich gut unterrichteten Quellen, dass die Absicht bestehen soll, dieses Haus nach dem Auszug des Theatermuseums nicht zu sanieren, sondern abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen und dabei auch Teile des Hofgartens zu überbauen. Sollte das wirklich wahr werden, wäre dies ein ungeheurer Skandal, dem entschieden widersprochen werden muss. Düsseldorf verfügt wahrlich nur noch über wenige repräsentative Häuser aus dem Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhundert. Neben Schloss Benrath und Schloss Jägerhof steht das Hofgärtnerhaus für diese Bauepoche. Und jetzt soll dieses Haus, das natürlich saniert werden muss, zerstört werden? Schon einmal sind die Bürger unserer Stadt auf die Barrikaden gegangen, als es darum ging, Teile des Hofgartens zu zerstören. Am Sonntag, den 15. Januar 1961, trafen sich Abertausende zu einer Kundgebung erst vor dem Rathaus, dann im Hofgarten unter dem Motto: Rettet den Hofgarten! Die Düsseldorfer Jonges, die Bürgergesellschaft Alde Düsseldorfer, die Derendorfer Jonges, die Interessengemeinschaft Düsseldorfer Schützen, die Bilker Heimatfreunde und die Vaterstädtische Arbeitsgemeinschaft, heute die Arbeitsgemeinschaft der Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine, waren dabei, um gegen die Zerstörung eines Teils des Hofgartens zu protestieren. Die Rheinische Post berichtete in ihrer Ausgabe vom 12. Februar 2019 über die Befürchtungen des Freundeskreises Theatermuseum und zitierte den Kulturdezernenten Hans-Georg Lohe, der angab, dass das Haus unter Denkmalschutz stehe und es in der Verwaltung niemanden gäbe, der solche Pläne befürworte. Schön wäre es, wenn dies die Wahrheit wäre. Anderenfalls sei daran erinnert, dass der Protest im Jahr 1961 Erfolg hatte, und es wäre zu wünschen, dass die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt aufstünden, um sich gegen geschichtsvergessene Absichten zu wehren, falls in der Zukunft anders gehandelt als jetzt gesprochen wird.

In Berlin wird gerade ein Schloss wieder aufgebaut, von dem nur noch ein Portal vorhanden war, und in Düsseldorf soll möglicherweise ein über 200 Jahre altes traditions- und gesichtsträchtiges Haus abgerissen werden, nur weil es sanierungsbedürftig ist und Investoren darauf warten, ihr Kapital einsetzen zu können. Hoffentlich wehren sich die Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger, wenn es wirklich dazu kommen sollte!