Unser Vorstand

Adelaide Dechow

Vorsitzende des Freundeskreises

Warum ich mich im Freundeskreis engagiere

Mein Engagement für den Freundeskreis entstand aus der Bewunderung für die Künstlerin Louise Dumont und ihr unermüdliches, couragiertes Engagement für Kultur und Gesellschaft. Louise Dumont (1862 – 1932) war zu ihrer Zeit eine gefeierte Schauspielerin, die an vielen bedeutenden Bühnen Deutschlands aktiv war. 1903 lernte sie ihren späteren Ehemann kennen, den Regisseur Gustav Lindemann (1872 – 1960). Ein Jahr später gründete das Paar die „Schauspielhaus Düsseldorf GmbH“, das heutige Düsseldorfer Schauspielhaus.

Louise Dumont und Gustav Lindemann sammelten neben ihrer ständigen Bühnentätigkeit auch Dokumente und Zeugnisse der Theaterarbeit. 1947 ging diese Sammlung als Schenkung unter der Bezeichnung „Dumont-Lindemann-Archiv“ in den Besitz der Stadt Düsseldorf über. Der Kulturausschuss der Stadt Düsseldorf legte für dieses Archiv 1981 den Namen „Theatermuseum“ fest.

Louise Dumont war eine sehr umtriebige Frau, die sich den kulturellen und sozialen Belangen der Gesellschaft verpflichtet fühlte. Im Rückblick ergibt sich das Bild einer freisinnigen Künstlerin, die sich schon damals zielstrebig für die Rechte und Belange von Frauen einsetzte. So rief sie beispielsweise zusammen mit zwei weiteren engagierten Frauen 1899 die „Centralstelle für die weiblichen Bühnenangehörigen Deutschlands“ ins Leben, um weniger begüterten Schauspielerinnen den Kauf preiswerter, weil gebrauchter Kostüme zu ermöglichen.

Heute verfügt die Stadt Düsseldorf mit dem Theatermuseum über ein einzigartiges Juwel, das neben Studiobühne und Bibliothek auch ein umfangreiches Archiv beherbergt, in dem sich so manche Trouvaille aus dem Wirken von Theater und Oper entdecken lässt. Mit dem Hofgärtnerhaus, einem historischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, steht dem Theatermuseum zurzeit auch noch ein seiner Bedeutung angemessenes Domizil zur Verfügung. Im Jahr 2021 wird das Theatermuseum dieses sowohl kultur- wie auch theaterhistorisch bedeutsame Gebäude verlassen und in die alte Post am Hauptbahnhof umziehen.

Als Vorsitzende des Freundeskreises setze ich mich, nicht zuletzt auch in Gedenken an das Schaffen Louise Dumonts, mit aller Kraft sowohl für die Erhaltung des Theatermuseums als auch für den Fortbestand des Hofgärtnerhauses ein.

Dr. Wolfgang Nieburg

Stellvertretender Vorsitzender

Warum ich mich im Freundeskreis engagiere

Das Theatermuseum und das Hofgärtnerhaus haben eine über Jahrzehnte bewährte, gute Koexistenz. Die Zielgruppe des Theatermuseums ist zwar klein, aber sehr speziell. In der Stadtbücherei wird diese Zielgruppe nicht erreicht. Die geplante Ausstellungsfläche scheint mir für ein Museum ungeeignet. Da für das Hofgärtnerhaus nach dem Umzug keine weitere Verwendung bekannt ist, sollte der Freundeskreis darauf hinarbeiten, dass die erfolgreiche Koexistenz erhalten bleibt – oder nach einer Renovierung des Hofgärtnerhauses – wiederbelebt wird.

Dietmar Schönhoff

Geschäftsführer

Warum ich mich im Freundeskreis engagiere

“Ich engagiere mich im Freundeskreis, weil ich das Theater liebe, mich insbesondere für die Geschichte des Düsseldorfer Theaters interessiere und es deshalb toll finde, dass es das Theatermuseum und den Freundeskreis gibt.”

Elke Holle-Riemenschneider

Beisitzerin

Warum ich mich im Freundeskreis engagiere

Es war in den 1960er Jahren, ich war gerade neu an der Deutschen Oper am Rhein engagiert, als mir mein späterer Mann Heinrich Riemenschneider etwas Wunderbares zeigen wollte. Wir fuhren zum Ehrenhof, dort war das damalige Dumont-Lindemann-Archiv untergebracht, geleitet von Kurt Loup, einem äußerst sensiblen älteren Herrn. Das Archiv beherbergte den Nachlass des berühmten Intendanten-Ehepaares Dumont-Lindemann. Das Archiv inspirierte Heinrich Riemenschneider enorm. Man müsste es erweitern, Düsseldorf hat 450 Jahre Theatergeschichte. Fortan wurde es unser Lebensthema.

Ich tanzte weiter durch die Welt, aber immer wenn ich wieder nach Düsseldorf kam (es war unser erster Wohnsitz), besuchten wir das Archiv. Nach einer etwas längeren Pause, bedingt durch meine Tourneen oder eine Saison an der Metropolitan Opera in New York, war das Archiv nicht mehr da. Die Stadt hatte es nach Düsseldorf-Derendorf verfrachtet in eine Fünf-Zimmer-Wohnung ohne Regale; es war in einem erbärmlichen Zustand und Kurt Loup tief verzweifelt.

Heinrich Riemenschneider konnte einflussreiche Persönlichkeiten überzeugen wie den damaligen Oberstadtdirektor Gerd Högener, der mit der Opernsängerin Henny Ekström verheiratet war, und auch Johannes Rau, den damaligen NRW-Ministerpräsidenten, sowie den Kulturdezernenten Bernd Dieckmann. Nachdem Kurt Loup in den Ruhestand getreten war, erfolgte ein weiterer Umzug des Archivs zur Bilker Straße 12, dem Sitz des heutigen Heinrich-Heine-Instituts. 1977 übernahm Heinrich Riemenschneider die Leitung des Dumont-Lindemann-Archivs. Dieses wurde inhaltlich erweitert und durfte sich ab 1980, nach einstimmigem Ratsbeschluss der Stadt Düsseldorf, „Theatermuseum“ nennen. Ein erläuternder Untertitel enthält die Zusatzinformation „Dumont-Lindemann-Archiv, Gründungsdirektor Heinrich Riemenschneider“.

Es wurde eine ständige Ausstellung aufgebaut und 91 Sonderausstellungen ausgerichtet. Ich erinnere mich spontan an die 1980 lancierte Gustaf-Gründgens-Ausstellung, die sechs Jahre lang ununterbrochen durch Deutschland und Europa reiste. 1984 eröffnete Johannes Rau im Düsseldorfer Theatermuseum die Ausstellung „Bildende Künstler sehen Bühnenkünstler“. Die Ausstellung „Ein Magier der Bühne – Der Regisseur Bohumil Herlischka“ war 1989 zu sehen. Berühmt war auch die Ausstellung „Romantische Ballerinen – 250 Jahre Ballettgeschichte“, die auf der Sammlung von Stanislav Buzek und Otto Zajic basierte. Die Sammlung wurde inzwischen von John Neumeier, dem Direktor einer Hamburger Ballettschule, erworben; er plant dafür ein eigenes Museum. Man kann sich leicht vorstellen, wie hoch die Belastung der Museumsmitarbeiter bei all diesen Aktivitäten war, denn die ständigen Ausstellungen mussten jedes Mal abgebaut werden, um an ihrer Stelle die Sonderausstellungen aufzubauen.

Heinrich Riemenschneider, der sein Wirken an den Grundsätzen „Bewahren und Zeigen von Tradition“, aber auch „Vergangenheit und Zukunft“ ausrichtete, setzte wiederum seine ganze Überzeugungskraft ein und 1988 folgte der Umzug des Theatermuseums in das Hofgärtnerhaus, das bis dahin das Goethe-Museum beherbergt hatte und dann seinen Platz im Schloss Jägerhof fand. Die im Hofgärtnerhaus zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten boten nun die Möglichkeit, sowohl die Dauerausstellung „450 Jahre Theater in Düsseldorf“ als auch die Sonderausstellungen zeitgleich zu arrangieren. Man darf dies ohne Übertreibung als Meilenstein der Düsseldorfer Kulturszene bezeichnen. Damit war Heinrich Riemenschneiders Utopie Wirklichkeit geworden, so dass er sich zurückziehen konnte, um die Leitung des Theatermuseums in jüngere Hände zu legen – mit dem Auftrag, das Bestehende zu bewahren und gleichzeitig das Konzept weiterzuentwickeln.

Die aktuelle Situation des Theatermuseums stellt sich allerdings höchst brisant dar. Die heutigen Verantwortlichen in der Düsseldorfer Politik, allen voran der seit 2014 als Oberbürgermeister amtierende Thomas Geisel, sind wenig zugänglich für die Kultur, weil sie darin keinen gesellschaftlichen Nutzen erkennen können. Als Mitglied des Freundeskreises sehe ich daher meine Aufgabe insbesondere darin, wachsam zu sein und kulturelle Schätze wie Theatermuseum und Hofgärtnerhaus für Düsseldorf zu bewahren.

Udo Löhr

Beisitzer

Warum ich mich im Freundeskreis engagiere

„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus welchem wir nicht getrieben werden können.“ Jean Paul, ein deutscher Dichter der Romantik, beschreibt mit seinem Aperçu auf ebenso präzise wie einprägsame Weise, dass der Erinnerung im Leben des Menschen eine tragende Rolle zukommt. Ein Museum ist eine Stätte der Erinnerung par excellence. In diesem Sinne verstehe ich auch mein Engagement für das Theatermuseum der Stadt Düsseldorf: Es gilt, das Andenken an kulturelles Schaffen zu bewahren, um damit gleichzeitig die Werte unserer abendländisch-christlichen Gesellschaft zur Geltung zu bringen und zu schützen.